Politischer Feierabend mit Landtagsabgeordneten

Willi Stächele MdL und Tobias Wald MdL:  Fleischerhandwerk vor  großen Herausforderungen

 

Landtagsabgeordnete informieren sich über aktuelle Fragen und Probleme der Fleischerinnungen der Region.

 

Die beiden CDU-Landtagsabgeordneten Willi Stächele MdL und Tobias Wald MdL haben sich bei einem Fachgespräch über die Situation des badischen Fleischerhandwerks informiert.

Die FGS Baden eG hatte die beiden Landtagsabgeordneten zu einem Erfahrungsaustausch mit den Obermeistern der Innungen Baden-Baden/Rastatt/Bühl, Ortenau, Emmendingen, Freiburg, Lörrach und Freudenstadt sowie Vertretern der Genossenschaft eingeladen, um aktuelle Themen aus dem Metzgerhandwerk der Region zu diskutieren. 

 

Nach der Begrüßung durch Volker Schmitt, Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzender der FGS Baden eG, gab Gerhard Kaiser, Obermeister der Innung Emmendingen, einen Überblick über das Metzgerhandwerk in Baden-Württemberg: es gibt insgesamt 2500 Metzgereien, davon 2000 handwerklich geführte Betriebe, die in 32 Innungen organisiert sind und über 2 Mrd. Umsatz generieren.

Willi Stächele MdL: „Trotz der immer höher  werdenden zusätzlichen Kosten durch die Umsetzung des Erneuerbare-Energien-Gesetz und steigende Anforderungen im Bereich Hygienekontrollen und Verwaltungsauflagen gelingt es den circa 2000 handwerklich geführten Metzgereien mit ihren über 15.000 Beschäftigten, als attraktiver Versorger und Arbeitgeber zu bestehen. Jedoch werden die Herausforderungen immer größer. Das Fleischerhandwerk ist dem ländlichen Raum als regionaler Lebensmittelversorger in besonderer Weise verpflichtet.“

 

Die Obermeister beklagten, dass immer mehr gesetzliche Auflagen diktiert würden. Diese Vorgaben seien von mittelständischen Betrieben kaum mehr zu erfüllen. Besonders zu schaffen machte den Fleischereibetrieben die zunehmende Präsenz auf der grünen Wiese, durch die ein Überangebot herrsche. Auch als problematisch erweise sich das unterschiedliche Vorgehen der Veterinärämter in Fragen des Tierwohls und des Sachkundenachweises.

 

„Wir sehen einen großen Handlungsbedarf, um dem regionalen Fleischerhandwerk das Leben nicht noch schwerer zu machen. Wir alle wollen regionale und frisch erzeugte Produkte. Die Probleme müssen offen angesprochen werden. Aufgrund von vielen EU-Vorschriften sind wir auf dem besten Wege, unser Handwerk mit der Industrie auf eine Stufe zu stellen, das kann nicht sein.“, so Tobias Wald MdL.

 

Beide Abgeordnete erfuhren im Gespräch weiterhin, dass das Fleischerhandwerk Probleme in den Gebühren für Regelkontrollen sowie eine Überforderung kleinerer Betriebe in der Auszeichnungspflicht für SB Packungen sieht. Für Unverständnis sorgt laut Uwe Wiedmaier, Obermeister der Innung Freudenstadt, die EU-Regelung, dass Tiere sechs Stunden vor Schlachtung gefüttert werden müssten. Dies hätte zur Folge, dass der pH-Wert im Fleisch ansteige, die Qualität darunter leide und noch mehr Stress für die Tiere entstehen würde. Außerdem sehen sich die Handwerksbetriebe einer Tarifproblematik ausgesetzt, da Handwerk und Industrie auf eine Stufe gestellt werden würden. Die Diskussion um die Mindestlöhne betrifft weitestgehend nicht das Metzgerhandwerk.

 

Tobias Wald MdL stellte die Initiative der CDU-Landtagsfraktion vor, welche er gemeinsam in der Region initiiert hatte. „Immer mehr gerade mittelständische Unternehmen beklagen einen akuten Fachkräftemangel sowie Mangel an qualifizierten Auszubildenden. Beim Vergleich der Arbeitslosenzahlen von Jugendlichen zeigt sich, dass in Deutschland bzw. in Baden-Württemberg die Quote der Jugendarbeitslosigkeit europaweit am niedrigsten ist. Eine ausreichend gute Versorgung an Auszubildenden und Fachkräften ist existenziell für die Unternehmen in Baden-Württemberg und ein wichtiger Garant eines weiterhin starken Wirtschaftsstandortes Baden-Württemberg und unserer Region. Die Frage der Anwerbung stellt sich nicht nur in den Unternehmen an sich, sondern auch immer mehr in den Städten und Gemeinden vor Ort.“

 

Willi Stächele MdL, der zugleich Präsident des Oberrheinrates ist, ergänzte: „Viele Städte und Gemeinden pflegen einen intensiven städtepartnerschaftlichen Austausch mit ihren Partnergemeinden im europäischen Ausland, sodass auch auf dieser Ebene Überlegungen mit Unternehmen vor Ort und in der Grenzregion angestellt werden müssen, um der Herausforderung des Mangels an Auszubildenden und Fachkräften gerecht zu werden.“

 

Die Vertreter der Fleischerei-& Gastronomie-Service Baden eG mit ihrem Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzenden Volker Schmitt, die Obermeister der Fleischer-Innungen Baden-Baden/Rastatt/Bühl, Ortenau, Emmendingen, Freiburg, Lörrach und Freudenstadt sowie die beiden Landtagsabgeordneten zeigten sich sehr zufrieden mit dem informativen Gespräch und bekräftigten ihre Absicht, derartige Austauschrunden fortzuführen.

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